Rar Machen Kennenlernen

Diese Studie unterstützt klassische Theorien des Taktierens beim Kennenlernen also zumindest in dem Punkt der Unnahbarkeit und der Schaffung einer mysteriösen Aura. Es fragt sich nur, wie die Herren der Schöpfung umgekehrt auf die Ungewissheit über die Gefühle einer Frau reagieren würden. Sonnenklar ist, dass diese Studie wohl kaum als repräsentativ bezeichnet werden kann. Wie sieht es bei älteren Damen aus, bei geschiedenen oder kulturell anders geprägten Frauen? Hier werden sicher andere Ergebnisse zu erwarten sein.

Dass Resultate dieser Art allerdings entscheidend für das eigene Verhalten in der Partnersuche sein sollen, bleibt zu bezweifeln. Denn wer taktiert verliert auch an Authentizität. Wer eine längere Beziehung anstrebt, sollte sich jedoch lieber auf seine Emotionen verlassen - und diese auch zeigen. Gefühle und ihre Offenbarung sind natürlich immer eine Frage des taktvollen Vorgehens - aber auch nur, um den anderen nicht zu überrumpeln.

Keine Frau möchte einen Mann, der irgendeinem Harzer bewundernd im Club hinterherläuft, nur weil er gut auf Nasen einschlagen kann. Und keine Frau mag einen Mann, der keine Gefahr ist. Was bedeutet das jetzt aber für dich als verweichlichten Mitläufer? Stärke dein Selbstbewusstsein und führe deine Jungs vor ihr an, werde ein Alphamann. Weniger ist mehr Jeder Dorfkürbis weiss, um bei einer Frau wieder interessant zu wirken muss man sich rar machen.

Dabei ist es ganz einfach! Bis jetzt schreibst du deiner Angebeteten ständig, bringst ihr Drinks und wenn ihr am Sonntag langweilig ist, bist du beim Filmnachmittag natürlich dabei. Sie würde doch nicht mit dir abhängen, wenn sie dich nicht gut finden würde, oder? Ich sag dir eins, den Mann, den eine Frau auf Abruf parat hat, der ist nicht interessant.

Der Mann, der immer gleich zurück schreibt, genau so wenig. Wenn sie dir am Abend schreibt, was du noch machst, dann schreib ihr am nächsten Morgen: Wichtig ist, dass sie merkt, dass sie nicht mehr das Zentrum deines Handelns ist und du leider nicht mehr ihr ganz privater Lückenfüller bist. Sie muss merken, dass du deinen eigenen Weg gehst und dass sie derzeit leider nicht mehr das interessanteste für dich ist.

Glaub mir, spätestens nach 2 Wochen checkt sie es und will ihr Spielzeug zurück. Spielst du dein Spielchen weiter, bist du interessant und darfst in ihr Höschen, wirst du wieder weich, landest du in ihrem Hirn wieder in der Deppen-Kiste. Ich kann dir hier nicht sagen, was das perfekte Gleichgewicht zwischen Desinteresse und Angriff ist, da jede Frau unterschiedlich ist und vor allem, weil du in jeder neuen Situation das Verhältnis für dich neu definieren musst.

Eine Leserin hat das hier mal ganz gut zusammengefasst: Das ist wie zu wenig Holzscheite in den Kamin zu werfen, um das Feuer richtig auflodern zu lassen. Ich habe natürlich auch die Erfahrung gemacht, dass Männer raderdoll werden, wenn ich dieses Spielchen spiele, aber ich möchte echte Interesse und nicht welches, das nur durch das Rarmachen getriggert wurde. Ich denke auch, dass er mich von der falschen Seite kennen lernen würde, würde ich mich verstellen.

So bin ich eben nicht, und ich werde auch später meine Interesse oder Desinteresse deutlich zeigen. Wenn ich mich selbst beobachte, dann sehe ich auch, dass ich Männer, die sich rar machen, manchmal einfach aus Jagdtrieb erobern will. Ich glaube aber mittlerweile, dass ich zwischen Jagen und Verliebtsein unterscheiden kann. Auf mich würde das Rarmachen zumindest auf Dauer nicht wirken. Mir kommt aber auch der Gedanke, dass manche Männer und Frauen?

Ist das ein plausbibler Gedanke? Insofern denke ich schon, dass jedweder Wechsel aus Nähe und Abstand Lebenswirklichkeit widerspiegelt. Sobald die Angelegenheit - in die eine wie in die andere Richtung - konstruiert wirkt, bricht bei mir mit Vertrauen auch Liebesfähigkeit weg.


Grundsatzfrage an die Männer: verfügbare Frauen vs. sich rar machen