Pornostar Gehalt

Die Wahrheit über die Pornobranche. Sie hat es getan, um Geld für sich und ihre kleine Tochter zu verdienen — und um die Steuerschulden ihres marokkanischen Ex-Ehemannes abzubezahlen. Dessen Geschäft war in Deutschland auf ihren Namen gegangen. Der Mann, den sie mit 19 für den so lange gesuchten Beschützer gehalten hatte, entpuppte sich rasch als ihr Folterer, psychisch. Kim hat die Ehe nur knapp überlebt, so knapp wie die drogenabhängige Mutter und deren übergriffigen Freund.

Und sie wird wohl lebenslang mit der Verarbeitung dessen zu tun haben, was in der Pornobranche über sie kam. Mit Kim sprachen Alice Schwarzer und Chantal Louis. Januar von Alice Schwarzer Foto: Bettina Flitner Artikel teilen … "Ich hatte versucht, Arbeit zu bekommen. Egal was, in der Gastronomie oder Putzstellen. Aber weil ich alleinerziehend bin, haben alle immer gefragt: Wie machen Sie das denn mit Ihrer Tochter?

Und ich habe gesagt, ich habe eine Tagesmutter, das geht schon. Nein, Kinder können krank werden, eine Alleinerziehende wäre nicht flexibel. Sie hat gesagt, dass sie damit pro Monat so zwischen und Euro verdient. Das reichte für mich nicht. Ich brauchte jeden Monat Euro zum Abzahlen der Schulden meines Ex beim Finanzamt. Also habe ich gesagt: Ich dachte, Pornos wären sauberer als Prostitution. Wenn man sich die Huren auf dem Kiez anguckt, die müssen mit jedem dreckigen Typen aufs Zimmer gehen.

Und von der Porno-Branche hat man ja gehört, dass es da Gesundheits-Checks gibt. So wird es einem ja vermittelt. Im Internet habe ich mir die nächste Sexmesse rausgesucht. Wir haben das letzte Geld für Benzin zusammengekratzt und sind mit dem Auto meiner Nachbarin nach Berlin zur Messe gefahren. Ich bin dann da rein. Da waren überwiegend Männer mit so gierigen frauenverachtenden Augen.

Damals konnte ich diese Blicke noch nicht so lesen, inzwischen kann ich das. Jede Frau ist für die ein Loch. Wie Stalker steigen die jeder Frau hinterher. Dabei wissen sie eigentlich gar nicht, ob sie eine Darstellerin oder eine Besucherin vor sich haben. Die holten einfach ihre Fotokameras raus und fotografierten mich. Das sind dann deren Wichsvorlagen. Ich hatte mir so eine Glitzerhose angezogen, hohe Stiefel und einen Pullover mit Löchern, unter dem ich nichts anhatte.

Und ich war total nuttig geschminkt. Ich hatte mir vorgestellt, ich müsste aussehen wie eine Hure, also zeigen, dass man willig ist, Fleisch zu zeigen. Und so habe ich eine damalige Darstellerin angesprochen und gefragt: Diese Darstellerin hat mich an ihren Ehemann vermittelt, der auch Darsteller ist, und zu mir gesagt: Der zeigt dir, wie das geht und worauf du achten musst, wenn die Kamera auf dich hält. Wie du deinen Arsch hinhalten musst, damit das Licht das gut ausleuchtet.

Ich bin, als ich 15 war, von meinem damaligen Freund anal vergewaltigt worden, bis es geblutet hat. Da hat sie mich aufgeklärt: Denn heutzutage interessiert nur noch mit anal. Damit kriegst du Jobs und 50 Euro mehr. Eine Szene dauert zwischen einer Stunde und neun Stunden. Wenn man in Not ist, dann geht es ganz schnell, dass man die Ängste, die man hat, wegdrängt.

Nicht allzu viel, wie Recherchen der Nachrichten-Website NBC News ergaben. Von den Gagen ihrer Hollywood-Kollegen können Pornoschauspieler nur träumen. Massenware Pornofilm Das liegt natürlich auch daran, dass Pornofilme eine Massenware sind. Mehrere hundert Filme pro Woche spuckt alleine das Herz der Branche im kalifornischen San Fernando Valley nordwestlich von Los Angeles aus, wo viele erfolgreiche Produktionsfirmen beheimatet sind.

Drehs sind kürzer, die Produktionen weniger aufwändig, und die Skripte stammen nicht unbedingt von begnadeten Dramaturgen. Allerdings bestehen die meisten Filme auch nur aus einer einzigen Szene. Wer auf einen der zahlreichen windigen Agenten des Metiers reinfällt, muss sich teilweise mit mickrigen Euro begnügen. Zu welchen sexuellen Handlungen eine Darstellerin bereit ist, wirkt sich ebenfalls auf die Gage aus: Je verdorbener der Akt, desto weniger Schauspielerinnen sind dazu bereit — dementsprechend höher fällt die Bezahlung aus.

Lukrative Nebenverdienste Prinzipiell gilt auch in der Porno-Branche: Wer seine Nische findet, hart arbeitet und über den Tellerrand hinaus blickt, der wird belohnt.


Das große Geld als Pornostar? - Von wegen: So viel verdienen sie wirklich