Statistik Internetbekanntschaften

Es ist ja sogar eine intelligente Strategie, wenn man auf Partnersuche ist, das Feld der Verfügbaren zu erweitern. Nichtsdestotrotz birgt das Anbändeln im Internet auch Risiken. Es kommt vor, dass Leute sich ein falsches Geschlecht zulegen, um sich Vertrauen zu erschleichen. Und nicht alles, was die Leute sagen, ist hundertprozentig ehrlich. Aber schummeln tun wir doch im Prinzip auch beim Date im Alltagsleben. Es fängt beim Schminken an, oder man kommt mit dem teuren Auto des Freundes zur Verabredung.

Ich glaube, besonders gefährlich ist es, wenn man sich sogleich im Internet verliebt, ohne sich persönlich kennengelernt zu haben. Deshalb sollte man sich so schnell wie möglich persönlich treffen. Das kann aber wiederum gefährlich sein. Deshalb sollte man sich nie bei jemandem zu Hause treffen, sondern an öffentlichen, neutralen Orten, die man ohne Probleme verlassen kann. Dabei wurden auch negative Erfahrungen wie Cybermobbing berücksichtigt und die Rolle der Eltern beim Umgang mit digitalen Medien abgefragt.

Darüber hinaus gibt Bitkom konkrete Hinweise, wie Erwachsene ihre Kinder in den unterschiedlichen Altersgruppen auf dem Weg in die digitale Welt sinnvoll begleiten und unterstützen können. Neben den zum Teil bereits im vergangenen Jahr veröffentlichten Daten enthält der Studienbericht zahlreiche weitere Detailergebnisse mit Aussagen zu den verschiedenen Altersgruppen und Unterschieden zwischen Jungen und Mädchen. Die zentralen Ergebnisse im Überblick: In der Altersgruppe von 10 bis 11 Jahren sind mit einem Anteil von 94 Prozent nahezu alle Kinder online und verbringen im Schnitt 22 Minuten pro Tag im Internet.

Bei Jugendlichen von 16 bis 18 Jahren sind es schon Minuten. Im Alter von 12 bis 13 Jahren gehören Smartphones mit einer Verbreitung von 84 Prozent zur Standardausstattung. Auch für langfristige Liebesbeziehungen habe es sich einen festen Platz neben den klassischen Orten des Kennenlernens erobert. Hürden einer Online-Beziehung Erstaunlich findet Dröge die hohe Zahl der US-Partnerschaften, die online begannen.

Allerdings sieht er hier dann doch ein kleines methodisches Problem: Die Forscher luden per E-Mail zur Teilnahme an der Umfrage ein. Ein besonders neuralgischer Punkt sei etwa der Wechsel vom Online-Kontakt zur direkten Begegnung. Das bringe oft einen starken Bruch in der Beziehung mit sich. Vielen Paaren gelinge es zunächst nur schwer, zu der Vertrautheit und Nähe zurückzufinden, die sie im Internet hatten.

Diese Schwierigkeiten haben laut Dröge auch damit zu tun, dass Online-Kontakte sehr viel Raum für eigene Projektionen und Fantasien bieten. Die Ethnologin glaubt allerdings nicht, dass die Ergebnisse auf Deutschland übertragbar sind. Drei Mal treffen, dann küssen, dann miteinander schlafen — und dann ist man zusammen oder eben nicht.

Der Umgang in Dating-Plattformen bleibe offener, oft auch spielerischer. Interessant findet sie an der US-Studie, dass anscheinend vor allem Menschen mit gutem Einkommen über Online-Plattformen zu glücklichen Ehen fanden. In ihrer eigenen Studie für Deutschland ermittelte die Ethnologin, dass Menschen, die ernsthaft einen Partner suchen, 30 bis 50 Euro im Monat für Dating-Plattformen ausgeben — und zum persönlichen Kennenlernen auch viel umherreisen.

Besonders ausgeprägt sei die Suche nach einer langfristigen Beziehung bei Menschen ab Mitte 30, die nicht die Möglichkeit oder Lust hätten, ständig auszugehen. Auch Menschen mit typischen Männer- oder Frauenberufen schätzten die Online-Alternative — schlicht, weil ihnen der Job weniger Chancen biete, einem möglichen Partner zu begegnen.

Gefahr des Abstumpfens Der Soziologe Dröge sieht im Online-Dating aber auch eine Gefahr für Nutzer: Angesichts der schier unerschöpflich erscheinenden Auswahl an möglichen Partnern könnten Menschen ihre Suche nach dem idealen Partner endlos ausdehnen.


Partnerschaft: Bessere Ehen nach Kennenlernen per Online-Dating