Single Frau Blog

Doch seit einiger Zeit werden in beiden Fällen auch Jungfrau-Geborene akzeptiert, falls sich keine jungfräulichen Zeitgenossen finden sollten. Andere wiederum haben sich ganz bewusst für ein Single-Leben entschieden. Für beide Arten von Singles gilt: Alleine zu leben bedeutet nicht zwangsweise, einsam und unglücklich zu sein Ich möchte ganz besonders jene Single-Frauen ansprechen, deren Wunsch es niemals war, alleine zu leben.

Vielleicht hatten sie aufgrund einer Trennung, einer Scheidung oder nach dem Ableben ihres Partners gar keine andere Wahl. Vielleicht haben sie sogar eine solch schlimme Beziehung hinter sich, dass sie sich schworen, niemals mehr ihr Leben mit einem Partner teilen zu wollen. Häufig braucht es Monate oder Jahre, bis sich Singles mit ihrem neuen Leben arrangieren.

Und oft erkennen sie die Vorteile nicht, die ein Single-Dasein mit sich bringen kann. Denn nach einer Trennung oder einem Todesfall nehmen Wut, Trauer oder Enttäuschung sehr viel Raum in ihrem Leben ein. Doch mit der Zeit können Singles ihrem Alleinsein durchaus sehr positive Seiten abgewinnen. Dabei erkennen sie noch nicht, dass Partnerschaften von der Gesellschaft viel zu häufig idealisiert oder überbewertet werden. Denn sehr viele Frauen leben mit einem anderen Menschen zusammen und fühlen sich dennoch unglaublich einsam.

Weil er oder sie früh genug lernen würde, auch alleine glücklich zu sein. Deshalb bin ich auch davon überzeugt, dass es insgesamt weniger Trennungen gäbe, weil bereits junge Menschen lernen würden, auf eigenen Beinen zu stehen, für sich die Verantwortung zu übernehmen und mit sich alleine etwas anzufangen wüssten. Sehr viel lieber wohnen sie im Hotel Mama, in einer WG, in einem Studentenheim oder mit einem Partner, der sie unglücklich macht.

Singles befinden sich nicht im Dauer-Katastrophenzustand Singles haben es in unserer Gesellschaft nicht immer einfach. Jetzt langsam begreife ich: Ich bin stolz auf die Doktorarbeit, auf die Forschungspreise, darauf, dass ich zur Frankfurter Buchmesse eingeladen werde. Aber es macht mich nicht glücklich. Und wenn ich dann beim Auswärtigen Amt arbeiten würde, fänden mich alle toll.

Und jetzt mit 35 denke ich, vielleicht ist es das gar nicht. Ich habe zwei Preise gewonnen, habe einen leitenden Posten an der Hochschule, und natürlich reise ich deshalb auch viel. Ich habe viel zu viel auf das geschaut, was andere von mir denken und was die von mir wollen und bisher eben erschreckend wenig darüber nachgedacht, was ich eigentlich will.

Ich habe bis jetzt die Stellenausschreibungen durchgesehen und mir immer gesagt: Ich will mich offenbar nicht damit auseinandersetzen, was ich wirklich will. Ich kann auch jetzt nicht sagen, ob ich ein Kind will. Aber ich denke immer, wenn es passieren soll, dann passiert es. Und ich bin dadurch nicht mehr oder weniger glücklich. Die anderen haben ihre Kinder gekriegt und haben geheiratet und ein Haus gebaut, und ich bin halt an einer anderen Stelle angekommen. Und das war zwischen 25 und 30 noch nicht so extrem, da waren wir alle ähnlich unterwegs: Studium, erster Job, das war bei uns allen Thema.

Wenn jetzt alle verheiratet sind, wer bleibt dann noch für mich übrig? Aber es ist eben schon mein Wunsch, dass ich einen Partner habe. Ich fühle mich hier manchmal sehr einsam und mache mir Gedanken. Wenn jetzt alle verheiratet sind und Kinder haben, wer bleibt dann noch für mich übrig? Meine Unabhängigkeit ist ganz sicher hinderlich bei der Suche. Ich will den Typen nicht bewundern. Aber ich glaube, damit kommen viele Männer nicht klar. Ich will auf Augenhöhe wahrgenommen werden.

Wenn ich Männer treffe, haben die alle schon eine Frau, die zu Hause die Kinder hütet, während der Mann durch die Welt tingelt, sich selbst verwirklicht, seinem Beruf nachgeht und abends dann auch noch manchmal nette Kolleginnen ausführt. Meine Mutter sagt, diesen Mann, der mich auf Augenhöhe trifft und der mein Leben teilt, gibt es nicht. Also ein bisschen muss ich ihr recht geben: Zumindest in Schmalkalden gibt es den nicht.

Meine letzte Partnerschaft ist kaputtgegangen, weil er ganz klar gesagt hat: Lass doch du deine Dissertation! Die Dissertation war für ihn nur so eine Zwischenarbeit zwischen Studium und Mutterschaft. Und da habe ich natürlich gesagt: Ich habe doch auch Wünsche und Träume und bin nicht weniger wichtig als mein Mann, der Professor ist oder eben Ingenieur.

So wie ich mich für seine Projekte interessiere, muss er sich auch für meine Projekte interessieren. Mehr Studenten-Storys Frau, verheiratet, nicht schwanger: Ich will bis zum Semesterende kündigen und dann raus aus Schmalkalden. Ich habe mich schon beworben, an verschiedenen Stellen. Ich möchte in eine Stadt, in der es Sushi und Kino gibt.


Es gibt sie, die glücklichen Single-Frauen!