Was Denken Frauen Uber Deutsche Manner

Er erträgt es nämlich nicht, wenn seine Frau mehr verdient als er selbst und wenn sie auf der Karriereleiter über ihm steht. Aber das sagt der deutsche Mann nicht laut, er würde ja sonst als Chauvi gelten. Ich habe seit vier Jahren einen deutschen Freund. Mit griechischen Männern kann ich nichts anfangen. Die sind aufbrausend und laut und wollen immer recht haben.

In Diskussionen mit ihnen schreit man sich eigentlich nur an. Ein griechischer Mann würde nie einen Kinderwagen schieben. In Deutschland sieht man jeden Tag überall Väter mit ihren Töchtern und Söhnen. Deutsche Männer sind in den Augen von Griechen Weicheier. Aber wann ist ein Mann eigentlich richtig männlich? Ein Grieche würde sagen: Wenn ich mir nichts sagen lasse, vor allem nichts von einer Frau.

Dabei leben viele griechische Männer, bis sie heiraten, im Hotel Mama. Für mich ist ein Mann dann männlich, wenn er Visionen hat und sein Leben in die eigenen Hände nimmt. Und alle hoffen sie, eine Osteuropäerin bringe ihnen die Liebe zurück. Laut Statistischem Bundesamt haben rund 16 Männer eine Ausländerin geheiratet, waren es fast 25 An erster Stelle stehen dabei die Polinnen, gefolgt von Thailänderinnen und Ukrainerinnen.

Dramatischer aber als diese Zahlen ist der Imagewandel, der sich vollzogen hat: Osteuropäerinnen gelten nicht mehr als Notlösung für einen tumben Mann, der lieber eine Deutsche gehabt hätte, aber leider keine abgekriegt hat. Und der, naiv, wie er nun mal ist, jetzt von einer Russin abgezockt wird. Auch jene werden weniger, die automatisch annehmen, eine Thailänderin, die mit einem Deutschen verheiratet ist, sei aus dem Katalog geordert oder per Bumsbomber aus Pattaya geholt worden.

Anzeige David Glowsky hat Fragebögen an deutsche Ehemänner und ihre thailändischen oder osteuropäischen Frauen verschickt. Glowsky, Soziologe an der Freien Universität Berlin, wollte wissen, welcher deutsche Mann sich für eine Partnerin aus Osteuropa oder Fernost entscheidet: Inzwischen hat nicht mehr die Osteuropäerin oder Asiatin ein Imageproblem, sondern die deutsche Frau. Sie gilt häufig als hart, unnachgiebig, uncharmant. Das bestätigen auch die Untersuchungen David Glowskys, des Soziologen aus Berlin: Deutsche Frauen sind emanzipiert, ihr Beruf ist ihnen wichtig.

Männer dagegen bevorzugen die traditionelle Rollenverteilung: Die Frau darf klüger und schöner sein als sie, jedoch nicht gern selbstständiger. Warum diese vier Länder? Zum Zeitpunkt der Auswahl war Polen das Land, aus dem die meisten ausländischen Frauen kamen, vor Thailand und Russland: Es ging also um Masse und um Relevanz. Polen rangiert seit vielen Jahren ganz oben und nicht etwa die Türkei, wie es bei den Ehen deutscher Frauen mit Ausländern der Fall ist; die türkischen Männer heiraten auch heraus aus ihrer Gruppe, während die türkischen Frauen dort verbleiben.

Seit den Neunzigern kam dann langsam Thailand auf. Mit Brasilien wollte ich noch eine andere Weltregion abdecken. Was treibt nun deutsche Männer auf den ausländischen Heiratsmarkt, was suchen sie dort? Ganz viele von diesen Partnerschaften entstehen zufällig: Ich finde es wichtig, das zu sagen. Es ist nicht immer wie in dem Sketch von Gerhard Polt mit seiner Mai Ling aus dem Katalog. Manche Männer weichen aber bewusst auf diese Heiratsmärkte aus.

Wenn sie unattraktiv sind, können sie dort möglicherweise eine Frau finden, weil sie ihre Staatsbürgerschaft als Ressource einsetzen können.


Partnerschaft: Was deutsche Männer an Ausländerinnen finden